


Um die Zeit in der Mitte des 19. Jahrhunderts bekam ein Guttenberger ein paar Morgen Sumpfland außerhalb des Dorfes. Er baute dort einen Bauernhof. Einer der Hofeigner im vorletzten Jahrhundert war Schuster, und weil man früher nasses Grasland auch "Grün" (opf. "grea") nannte, bekam der Hof dann den Namen Grünschusterhof (opf. "Greaschuasta").
Zunächst bestand der Hof aus dem Haus, in dem auch die Tiere, wie damals üblich, untergebracht waren und einem angebauten Stadl zum Dorf hin.
Zusätzlich baute man einen größeren Stadl mit Hocheinfahrt und einen Hühnerstall an der Westeseite dazu. Das müßte in den späten 40er bzw. frühen 50er Jahren des letzten Jahrhunderts gewesen sein.

Nach dem Abriss des alten Stadls wurde 1962 das für damalige Verhältnisse moderne Stallgebäude errichtet, das den Hof nach Norden begrenzt.
Bis weit in die 80er Jahre wurde hier rege Landwirtschaft mit Viehhaltung betrieben.
Anfang der 90er wurde der Hof von den Vorbesitzern noch als Nebenerwerbslandwirtschaft betrieben, die jedoch immer mehr zurückging.

Der Hof ist seit Anfang 2000 nur noch selten bewohnt worden; das alte Haus entsprach von der Bauweise her nicht mehr modernen Erfordernissen.
So kam es, daß der damalige Besitzer sich entschloß den Hof samt Grund zu verkaufen.
Wir suchten schon einige Zeit ein alleinliegendes Anwesen, um unsere Pferdehaltung weiter ausbauen zu können und stießen Anfang 2003 auf den Grünschusterhof. | |

Eigentlich wollten wir ein ganz neues Haus bauen, das dem alten gleich sah. Ein Abriß kam aber für einen Neuerwerber, wie wir es waren nach der bay. Bauordnung im Außenbereich nicht in Frage, obwohl die Gemeinde Kemnath unser Vorhaben sehr unterstützte, zumal die Infrastruktur (Zufahrt, Wasser, Strom, Telefon) vorhanden war und der Hof auf lange Sicht dem Verfall preisgegeben worden wäre.
Wir entschlossen uns also zu einem Teilabbruch mit Umbau (amtsdeutsch), der einen außenliegenden Heizungskeller und den Erhalt der Außenmauern auf drei Seiten beinhaltete. Wir erhielten dazu Anfang 2004 die Genehmigung.
Leider kam es bei besagtem Teilabbruch im März 2004 zum Einsturz des Ostgiebels und des südlichen Zwerchgiebels. Das Landratsamt fand es daraufhin angebracht einen Baustopp zu verhängen.
Da wir glücklicherweise (?) bereits unser altes Haus verkauft hatten und eigentlich bis zum Winter fertig sein wollten, mußten wir uns ein Ausweichdomizil suchen (2 Eltern, 2 Kinder, 2 Pferde, 1 Hund, 2 Katzen und 2 Enten). Gottseidank fanden wir ein Anwesen, das wir ein Jahr lang mieten konnten.

Nach 11 Wochen hin und her mit großen Sitzungen und vielen Argumenten genehmigte der Landrat eine Fortsetzung des Bauvorhabens. Wir atmeten auf. | |

| Die Freude dauerte nicht lange. Im Juli regnete es sehr stark, der Bau kam an den alten Restmauern nur mit hohem Aufwand voran, da diese unvorhergesehen schlecht fundamentiert waren und in einer Sisyphusarbeit unterfangen werden mußten. |

Bis zum Winter stand der Rohbau mit Dach dann doch, und es konnte über den Winter 2004/2005 der Innenausbau erfolgen. | |

| Parallel dazu wurde auch der Stall ausgebaut, was sich wegen der vergleichsweise guten Bausubstanz als weniger schwierig herausstellte. |

Eingezogen sind wir dann nach Anlage des Außengeländes im Juni 2005. und verputzt wurde das gute Stück Ende des Jahres 2005. Seit dem erstrahlt der Hof in freundlichem Gelb und eine Sonnenuhr zeigt allen Passanten bei schönem Wetter die Guttenberger Zeit. Im Haus ist sogar noch ein schöner gemauerter Fenster- oder Türbogen erhalten, der ein bisschen von den alten Mauern erahnen lässt. | |
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